Wissen Mitglieder von Selbsthilfegruppen mehr über Brustkrebs?

Das Wissen von Patienten über ihre Erkrankung ist eine Voraussetzung für die aktive Beteiligung an Entscheidungen zu Behandlung und Nachsorge. Selbsthilfegruppen sehen sich als wichtige Vermittler von Information, doch die gesundheitsförderlichen Potenziale dieser Gruppen wurden jedoch bisher wenig untersucht. Unter Verwendung eines neu entwickelten Fragebogens wurde geprüft, ob sich in einer Selbsthilfegruppe organisierte Mammakarzinompatientinnen von Nichtmitgliedern im Hinblick auf den Wissensstand zu Erkrankung, Prävention und Nachsorge unterscheiden. Darüber hinaus wurde untersucht, welchen Einfluss soziodemografische Faktoren wie Alter und Schulbildung auf das Brustkrebswissen haben. 216 Frauen füllten den Fragebogen in Anwesenheit einer Interviewerin aus. Es zeigte sich, dass Mitglieder von Selbsthilfegruppen im Vergleich zu Nichtmitgliedern ein umfangreicheres Wissen zu allen durch den Fragebogen erfassten Aspekten aufwiesen. Jüngere Frauen verfügten im Vergleich zu älteren über ein insgesamt umfangreicheres Wissen, ebenso Frauen mit höherem Bildungsstand. Die Dauer der Erkrankung sowie die Dauer der Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe hatten dagegen keinen relevanten Einfluss auf den Wissensstand. Auch nach Kontrolle der angenommenen Confounder „Alter” und „Schulbildung” zeigte sich, dass die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe Effekte auf das Brustkrebswissen haben. Da die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe nur von einem kleinen Teil der Patientinnen gewünscht wird, sollte die Informationsvermittlung über präventive Themen in der ärztlichen Nachsorge generell ein stärkeres Gewicht erhalten.