Sexualität nach einer Krebserkrankung

Die Prävalenz/Inzidenz einer „female sexual dysfunction“ wird in der amerikanischen Literatur auf etwa 43% geschätzt. Die amerikanische Foundation of Urological Disease definiert es als fehlendes Gefühl sexuellen Interesses oder Wunschvorstellens, das Fehlen von sexuellen Gedanken oder Phantasien, aber auch orgastischer Probleme und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Es fehlt an entsprechender Lubrikation als Reaktion auf sexuelle Reize des Partners. Die Diagnose Krebs stellt eine einschneidende Erfahrung im Leben des Betroffenen dar. Für den Partner ist es ein traumatisches Geschehen, plötzlich, unerwartet und außerhalb seiner Kontrolle. Oftmals kann er selbst nicht helfen oder wird von Hilfe ausgeschlossen. Nach Konsolidierung der Erkrankung erlangt die Sexualität wieder Bedeutung. Dann können sexualmedizinische Probleme durch die Krankheit oder durch therapiebedingte Veränderungen aufkommen, die vom betreuenden Arzt oder Therapeuten anzusprechen sind. Lebensqualität beinhaltet auch ein befriedigendes Sexualleben. Onkologische Beratung muss Sexualberatung enthalten, ggf. auch die „Erlaubnis“, neue Wege in der Sexualität zu gehen. Für manche Patienten ist nicht genitaler Sex Wunschziel, vielmehr wird eher Intimität gesucht.