Lymphknoten bei Brustkrebs bestrahlen | DKG

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Derzeit erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.

Dies kann offenbar die Ausbreitung in andere Organe mit der Bildung von Fernmetastasen verhindern.

Bevor sich Brustkrebs in andere Organe ausbreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bildet, befällt er mit hoher Wahrscheinlichkeit die regionalen Lymphknoten. Diesen Schluss lassen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA Network Open zu.

In der Studie wollten Wissenschaftler herausfinden, ob bei Patientinnen, die sich mit metastasiertem Brustkrebs vorstellten, auch die regionalen Lymphknoten befallen waren oder nicht. Dafür untersuchten sie 597 Frauen im Alter von 44 bis 65 Jahren, die erst kürzlich die Diagnose Brustkrebs erhalten hatten und noch nicht behandelt worden waren. Bei allen Patientinnen hatte der Krebs bereits in andere Organe gestreut und Metastasen gebildet.

In der PET-CT-Untersuchung oder Lymphknotenbiopsie zeigte sich bei rund 86 Prozent der Frauen eine Beteiligung der regionalen Lymphknoten. Insbesondere die Lymphknoten der Achselhöhlen waren betroffen. Bei Hormonrezeptor-negativen Tumoren waren die Lymphknoten häufiger befallen als bei Hormonrezeptor-positiven Tumoren. Für die Überlebensaussichten spielte es keine Rolle, ob die Lymphknoten befallen waren oder nicht.

Zunächst breite sich Brustkrebs also offenbar regional in die Lymphknoten aus, bevor er entferntere Organe befällt, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Durch eine Bestrahlung der regionalen Lymphknoten könne der Metastasierung von Brustkrebs offenbar vorgebeugt werden.

Quelle:

Bitencourt A et al. Regional Lymph Node Involvement Among Patients With De Novo Metastatic Breast Cancer. JAMA Network Open 2020;3(10):e2018790