Krankheits- und behandlungsbedingte Belastungen von Patienten und Erfordernisse an die Unterstützung durch ihre Ärzte

Körperliche Belastungen als Krankheits- und Behandlungsfolge stehen bei Magenkrebspatienten ganz im Vordergrund: Gewichtsverlust, Probleme mit der Ernährung, Schmerzen, Erschöpfung und Mattigkeit − mit der Folge eingeschränkter Funktionen im Alltagsleben. Dagegen sind psychische Belastungen, Ängste, Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen nicht stärker ausgeprägt als bei Patienten mit anderen Krebserkrankungen. In den ersten Monaten nach Gastrektomie verschlechtern sich körperliches Befinden und Lebensqualität, während sich das psychische Befinden bereits kurz nach der Operation verbessert und bei tumorfreien Patienten meist anhaltend stabil bleibt. Nach Gastrektomie können Ärzte den mühsamen Anpassungsprozess am besten durch frühzeitige Aufklärung, kontinuierliche Beratung, und mit wachsamem Monitoring des körperlichen Befindens fördern, sodass Mangelernährung und Komplikationen frühzeitig erkannt und verringert werden. Psychische Störungen sind selten vorhersehbar und entstehen meist reaktiv auf kritische Ereignisse wie Krankheitsprogress, Funktionsverluste und Beschwerden und Erleben von Kontrollverlust. Ärzte können Patienten mit Magenkrebs bei der Verarbeitung ihrer Krebserkrankung wirksam unterstützen und der Entstehung von Krisen entgegenwirken. Wird das körperliche und seelische Befinden von Patienten regelmäßig – zu allen Schlüsselzeitpunkten mit Potenzial für hohe Belastung und krisenhafte Entwicklungen – eruiert, können Veränderungen rechtzeitig erkannt und Krisen oft verhindert werden. Psychische Krisen und Störungen können – am besten in enger Kooperation mit Konsiliarpsychoonkologen – rasch und wirksam durch Krisen- bzw. supportive psychotherapeutische Interventionen verringert werden, ggf. wirksam ergänzt durch geeignete Psychopharmaka.